# Zugriff auf die Funktion filter() aus base-R-Paket stats nach dem Laden von dplyr
stats::filter()24 Namen in R
Als generelle Regeln für die Benennung von Dingen in R ist Folgendes zu empfehlen:
möglichst klar/passend
möglichst kurz
möglichst einheitlich innerhalb eines Projekts
möglichst ohne Leerzeichen
Beim Programmieren gibt es verschiedene sogenannte “Cases”. Zwei der gebräuchlichsten, die auch in R gut funktionieren sind camelCase (mehrere Wörter zusammengeschrieben ohne Leerzeichen; erstes Wort kleingeschrieben, alle folgenden großgeschrieben) oder die leichte Abwandlung UpperCamelCase (wie camelCase, nur dass auch das erste Wort großgeschrieben wird) und snake_case (alle Wörter kleingeschrieben und durch _ getrennt).
24.1 Namen für Objekte
Die Namen von Objekten (z.B. Variablen, Funktionen, Dateien) sollten den o.g. Regeln folgen.
Wichtig zu beachten ist, dass Objekte überschrieben werden, wenn man ihnen einen Namen gibt, der bereits für ein anderes Objekt verwendet wird.
24.2 Namen für Variablen
Namen für Variablen sollten möglichst kurz sein. Idealiter sind sie auch “sprechend” (z.B. “age” für das Alter) oder folgen einem bestimmten Schema, dass in einem Codebuch erklärt wird (z.B. wenn bestimmte Abkürzungen und Nummerierungen verwendet werden; siehe auch Kapitel 25 zu Codebüchern).
Auch wenn R mit Leerzeichen in Variablennamen umgehen kann, macht es die Arbeit leichter, wenn man diese vermeidet und stattdessen z.B. snake_case oder camelCase verwendet (s.o.).
24.3 Namen für Dateien
Auch bei der Benennung von Dateien sollte man die o.g. Regeln beachten. Es ist auch hilfreich, wenn die Dateinamen Informationen über den Inhalt der Datei enthalten (z.B. “data.csv” für eine Datendatei oder “analysis.R” für eine Datei mit Analysecode).
Ebenso wie bei Objekten gilt auch hier, dass Dateien überschrieben werden, wenn man ihnen einen Namen gibt, der bereits für eine andere Datei verwendet wird.
24.4 Namen für Funktionen
Es gibt eine sehr große Zahl von Paketen für R. Laut der Seite METACRAN gab es am 19. Mai 2025 fast 23.700 Pakete auf CRAN (hinzu kommen noch Pakete aus anderen Quellen wie GitHub). Diese werden von vielen unterschiedlichen Personen entwickelt (laut METACRAN waren es am 19.05.2025 insgesamt knapp 10.600 sogenannte “Package Maintainer”).
Angesichts dieser Vielzahl ist es nicht verwunderlich, dass es in R viele Funktionen gibt, die denselben Namen haben (zumal es auch Grenzen für die Kreativität bei der Benennung von Funktionen gibt).Lädt man in einer R-Session verschiedene Pakete, die Funktionen mit demselben Namen verwenden, führt dies zu sogenannten “namespace conflicts”.
24.4.1 😷 Masking
Wenn Sie ein Paket laden und einige seiner Funktionen dieselben Namen haben wie Funktionen aus Paketen, die Sie zuvor in Ihrer aktuellen R-Sitzung geladen haben, werden diese Funktionen „ausgeblendet“ (engl. “masked”).

Die Reihenfolge, in der Pakete (innerhalb einer Sitzung) geladen werden, ist dabei von Bedeutung, da die “Maskierung” von Funktionen nacheinander erfolgt. Sie können jedoch weiterhin auf maskierte Funktionen zugreifen. Dazu müssen Sie den Namen des Pakets angeben, aus dem die Funktion stammt, gefolgt von :: und dem Namen der Funktion.
Auf diese Weise kann man auch auf einzelne Funktionen aus installierten Paketen zugreifen, ohne das gesamte Paket zu laden. Dies kann hilfreich sein, um Konflikte zu vermeiden oder um nur eine bestimmte Funktion aus einem Paket zu verwenden, ohne alle Funktionen dieses Pakets in den Arbeitsspeicher zu laden.